Bilder von der »Jumpers Trophy« 2017

Deutsches Turnfest Berlin 2017

Bilder vom »Schaukasten 2016«

Jumpers sind »Jugendmannschaft des Jahres 2015«

Bilder von der »Jumpers Trophy« 2015

TeamGym-Wettkampf in Berlin mit der A1 und der Ballett-Gruppe

Ein ereignisreicher Monat - November 2014

Bilder vom »Schaukasten 2014«

Festival »Blume« auf Gran Canaria

Vereinsmeisterschaft »Jumpers Trophy« 2013

Sport & Show 2013 in Bad Hersfeld

Teamgym-Wettkampf in Bracknell (England) der Aufbaugruppe 2

Teamgym-Wettkampf in Berlin der Aufbaugruppe 2

Ausflug in den Kletterwald Hennef der Gruppe »Aufbau 2« 2011

Karnevalsauftritt der „Cats“

Vereinsmeisterschaft »Jumpers Trophy« 2010

Auftritt „Cats“ der Gruppe „Ballett und Turnen“ Juni 2010

Förderlehrgang 2009

Eröffnung SPOZ

Hallenumbau

Austausch mit Fernost 2006

Remscheid, Tag der Vereine 2006

Deutsches Turnfest Berlin 2017

TeamGym Wettkampf und Teilnahme bei der Stadiongala

Berlin

Nach dem verdienten Sieg der Aufbaugruppe 1 im vergangenen Jahr bei dem TeamGym Cup in Berlin, war die Motivation für den Wettkampf 2017 groß. In diesem Jahr jedoch gestaltete sich das Event als etwas ganz Besonderes, denn der TeamGym Cup wurde in das Rahmenprogramm des Internationalen Deutschen Turnfestes eingebettet. Neben vielen sportlichen Veranstaltungen, wie der Matinee des Sports oder einigen Workshops im Tumbling auf einer AirTrack-Bahn, war zudem eine Stadiongala im Olympiastadion in Berlin geplant, bei der die L-Gruppe Teil einer AirTrack-Tumbling Nummer sein würde und die Aufbaugruppe 1 bei den Rasenakrobaten mitwirken sollte.
Daher begannen im Oktober 2016 nicht nur die Vorbereitungen für den TeamGym-Wettkampf, sondern die L-Gruppe machte sich auf den Weg nach Duisburg zu einem der Workshops für die Stadiongala. Dort angekommen durften wir endlich unsere lang ersehnte, neue AirTrack Bahn in Empfang nehmen und auf der Stelle testen. Die Leitung der Fliegenden Homberger war dann die folgenden Stunden damit beschäftigt, uns die Choreografie für die Tumbling- und Akrobatiknummer beizubringen. Der Titel der Nummer lautete „Der Berliner Flughafen als Großbaustelle“, so gestaltete sich die Choreografie in mehrere Formationen, bei der wir mit der AirTrack-Bahn über Kopf über den Rasen fegten, um zu den entsprechenden Koordinaten zu gelangen. Nach einigen Schwierigkeiten bei der ersten Probe in Duisburg, ergab sich bei der Großraumprobe Anfang Mai in Neu Isenburg (bei Frankfurt) von oben betrachtet ein atemberaubendes Bild. In Frankfurt dann trafen alle 18 Gruppen mit jeweils einer AirTrack-Bahn und insgesamt knapp 1000 Turnern und Akrobaten aufeinander.

Berlin

Nach zwei erfolgreichen Proben und einer schier endlosen Wartezeit, ging es am 3. Juni 2017 endlich los und die Jumpers steuerten erneut mit 30 Aktiven und 6 Betreuern dem großen Ziel in Berlin entgegen.
Die Abfahrtszeit verzögerte sich auf Grund eines Missverständnisses um ca. eine Stunde, was uns leider zum Verhängnis wurde. Der Stau auf der Autobahn trug ebenso wenig dazu bei, dass wir pünktlich zur ersten Generalprobe das Stadion erreichten. So fuhren wir ohne Umwege direkt nach Berlin Westend zum Olympiastadion mit all unserem Gepäck.
Nachdem wir vor Ort die Bahn aufgebaut hatten, wechselten wir von dem vorläufigen Probenort ins tatsächliche Olympiastadion. Die Aufregung war bei allen enorm, denn keiner von uns Aktiven hatte bisher weder eine Probe noch einen richtigen Auftritt in einem Stadion. Obwohl die Ränge bis auf ein paar Aktive leer waren, war das Gefühl die Rasenfläche zu betreten und zu wissen, dass einige Tage später 75.000 Augenpaare nur auf uns gerichtet sind unbeschreiblich. Einigen standen schon fast Tränen in den Augen und die Stimme des Moderators sorgte für Gänsehaut unter der Kleidung. Allein die Generalprobe war für uns alle schon eine Erfahrung wert, auch trotz des wechselnden Wetters. Und so stieg die Aufregung mit jeder Sekunde, die wir über die Rasenfläche turnten.

Da unsere Busfahrer ein herzensguter Mensch zu sein schien, bot er als Entschädigung für die verpasste Abfahrtszeit am Morgen an, uns nach der Probe zu unserer Gemeinschaftsunterkunft zu bringen. Dieses Angebot konnten wir ihm nicht ausschlagen, nahmen es dankend an und fielen nach einem sehr aufregenden, aber dennoch anstrengenden Tag völlig erschöpft auf unsere Luftmatratzen. Gerade die Leistungsgruppe brauchte dringend ihren Schlaf, denn bereits am nächsten Tag stand der TeamGym-Wettkampf in der Messe Halle an.

Am 5. Juni startete um 9.00 Uhr das offene Einturnen in den Wettkampflassen „Schüler“ und „Jugend 12+“. Im Vorfeld waren wir uns bewusst, dass dieser Wettkampf sicher ein etwas höheres Niveau haben wird, als in den vergangenen Jahren. Die gesamte Messe Halle und die Ebene, auf der der Wettkampf statt fand sprachen schon für sich. Alles schien viel offizieller und es war auch deutlich mehr Publikum zu erwarten. Doch trotzdem fühlte man sich, als wäre man nach Hause gekommen. Die Atmosphäre in der Messe Halle unter den Sportlern, die alle dieselbe Sportart ausüben ließ ein familiäres Gefühl aufkommen, bei dem man direkt Grinsen musste.

Die Aufregung stieg bis ins Unermessliche, als nach dem ersten Einturnen und Eingewöhnen an die neuen Geräte und nach dem offiziellen Einturnen, der eigentliche Wettkampf begann. Nach dem Einmarsch und der Vorstellung aller teilnehmenden Teams, eröffneten die Artistic Jumpers den Wettkampf mit dem Bodenprogramm.
Man spürte, dass die Zuschauer und die Kampfrichter sichtlich beeindruckt von unserer eher modernen Interpretation des Bodenprogramms waren. Dies freute uns umso mehr, denn aus der Masse hervorzustechen, kann sowohl sehr positiv wirken, aber eben nach traditionellen Meinungen negative Züge haben. Doch dem Anschein nach hatte unsere Ausstrahlung eine sehr positive Wirkung, da der Tanz zudem ein angemessen hohen Charakter hatte.
Das Einturnen an der Tumblingbahn und am Trampolin beschränkte sich leider auf wenige Minuten, was die Nervosität weiter antreibte.
Leider mussten wir sowohl am Trampolin, als auch an der Tumblingbahn jeweils einen Sturz verbuchen, was uns dann letztendlich den Sieg kostete. Aber wir können sehr stolz auf uns sein mit insgesamt 39,15 Punkten (Bodengymnastik: 13,50; Tumbling: 12,90; Trampolin: 12,75) den 3. Platz belegt zu haben und nach einem perfekten Highlightdurchgang, mit gehockten und gebückten Doppelsalti und einem Tsukahara die höchste Punktzahl aller Teams am Trampolin erreicht zuhaben.
Der Wettkampf gestaltete sich als ein sehr spannendes und nervenaufreibendes Geschehen, bei dem wir im Team unglaublichen Zusammenhalt und Teamgeist zeigten. Nicht nur unsere Trainer oder untereinander, auch unsere größten Fans, bestehend aus der A1, unseren Familien und Freunden haben uns so viel Zuspruch, Motivation und Glaube in uns gegeben und gezeigt, dass wir während des Wettkampf über uns hinausgewachsen sind und Ergebnisse erzielt haben, die wirklich Lob verdient haben.

Als ein weiteres Highlight des Tages offenbarte sich der Wettkampf der UEG Junior- und Seniorklassen. Mit Dreifachsalti in allen Variationen, einem Überschlag mit doppeltem Salto am Tisch und Kombinationen an der Tumblingbahn, die fast unmöglich schienen, rissen die Mannschaften aus Dänemark, Schweden und Tschechien das gesamte Publikum mit sich. Man selbst fieberte wie bei der eigenen Mannschaft mit und hoffte auf eine perfekte Ausführung. Als wäre das nicht schon genug gewesen, wurde die Zeit nach dem Wettkampf bis zur Siegerehrung mit einer Vorführung des „Danish Performance Teams“ aus Ollerup überbrückt. Auf einer 25 Meter langen AirTrack-Bahn gab das Team eine Kostprobe ihres Könnens und zeigten mehrere Kombinationen aus Temposalti mit anschließenden Streck- und Schraubensalti, sowohl in einfacher, als auch in doppelter Ausführung.

Dank Markus, der freundlicherweise daran gedacht hatte, einen Grill mitzunehmen, konnten wir den Abend alle gemeinsam bei einer herzhaften Bratwurst im Brötchen im nahegelegenen Park ausklingen lassen.

Berlin

Am Montag stand nun der Wettkampf der A1 an. Diesmal tauschten wir die Rollen und die Leistungsgruppe gab ihr Bestes die Jüngsten auch nur ansatzweise so anzufeuern, wie sie es am Tag zuvor getan hatten. Leider reichte es in ihrer Wettkampfklasse trotz aller Bemühungen und einer wirklich sauberen Ausführung an allen drei Disziplinen und mit einer doch sehr hohen Punktzahl von 32,95 Punkten nur für den 14. Platz (Bodengymnastik: 10,50; Tumbling: 11,25; Trampolin: 10,40). Sichtlich enttäuscht, da sie es nicht unter die besten 10 geschafft hatten, versuchte die Leistungsgruppe die Kleinen wieder aufzumuntern und der Stolz, allein Teil dieser Veranstaltung sein zu dürfen, überwog am Ende doch.

Sobald der Wettkampf zu Ende war, machte sie die gesamte Truppe wieder auf den Weg ins Olympiastadion, denn die erste richtige Durchlaufprobe der Stadiongala stand bevor.
Während wir dem Stadion immer näher kamen, formatierte sich über dem gesamten Stadtteil eine Gewitterfront, die uns kurzerhand fast bis auf die Unterwäsche durchnässte. Trotz allem musste die Durchlaufprobe stattfinden und ehe wir uns vor dem Regen verstecken konnten, standen wir mit unseren wunderschönen rosa Regencapes erneut auf dem Rasen, 1000 Akrobaten mit ihren 18 AirTrack-Bahnen in den Händen.
Die Probe verlief alles in allem sehr gut und so erfuhren wir zudem, dass die Turnlegende Fabian Hambüchen im Rahmen der Gala offiziell verabschiedet wird. Damit stieg die Aufregung und die Freude wieder.

Unseren letzten Tag in Berlin begann sehr entspannt. Allen wurde freigestellt, wie sie ihren Vormittag gestalten möchten. Einige nutzen die Zeit um etwas Schlaf nachzuholen, wieder andere frühstückten sehr früh und fuhren mit der U-Bahn zum Kurfürstendamm um dort die Sonne genießend den lang ersehnten Shoppingtrip zu erledigen. Zwischendurch trafen sich einige Gruppe und man setzte sich zusammen zum Essen und unterhielt sich.
Doch die Zeit verging wie im Flug und bereits im nächsten Augenblick versammelten wir uns alle mit gepackten Taschen vor Gemeinschaftsquartier, fertig und startklar für das absolute Highlight dieser Fahrt: die Stadiongala im Olympiastadion.

Es fühlte sich erneut so an, als würde man Nachhause kommen, wenn man durch das Tor das weiße Aufenthaltszelt für die Aktiven neben dem Stadion betrat. Wir hatten die letzten Tage viel Zeit dort verbracht und all das gipfelte nun in einem der größten Events, an denen wir je teilgenommen haben.
Nachdem wir unsere Taschen abgestellt und das Showoutfit angezogen hatten, nahmen wir alle gemeinsam in der Westkurve des Stadions platz und durften von dort aus die Stadiongala mitverfolgen. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete zusammen mit dem Vorsitzenden des Deutschen Turnbundes Alfons Hölzl offiziell die Gala und lobten alle Turnerinnen und Turner bereits im Vorfeld in den höchsten Tönen. Ein so vielfältiges und spannendes Festival in der Hauptstadt Deutschlands auszurichten sei eine enorme Aufgabe und alle Beteiligten hätten es nicht besser machen können. Sie wünschten uns viel Erfolg bei unseren Vorführungen, aber auch umso mehr Spaß.
Während wir hinter dem Marathontor unterhalb der Tribünen auf unseren großen Auftritt warteten, durften wir sogar noch die Anwesenheit von Fabian Hambüchen genießen. Knapp zwei Meter entfernt von uns saß er lächelnd in einem der Mustangs, die das Olympiateam ins Stadion bringen sollten und winkte uns allen zu. Auch diesen Moment werden wir so schnell nicht vergessen, eins seiner größten Idole getroffen zu haben und neben ihm Teil dieser wundervollen Gala sein zu dürfen.

Die Musik begann und rund 1000 Turnerinnen und Turner stürmten samt der AirTrack Bahnen über ihren Köpfen auf die Rasenfläche. Die Anspannung und Freude stieg wieder, als wir alle die Ansprache des Moderators abwarteten, bis es endlich nach einem Dreiviertel Jahr Vorbereitung zum Showdown kam.
Sehr professionell schwebten die 18 AirTrack Bahnen über die Rasenfläche und das gesamte Stadion war sichtlich begeistert von der Abwechslung zwischen den Formationen und den turnerischen Einlagen. Als zum Ende der Choreografie die Kathedralen aufgebaut wurden, vermischte sich der Applaus, das Pfeifen und die Zurufe des Publikums zu einem gewaltigen Geräusch, welches von allen Rängen auf uns eintraf und uns ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Wir hatten eine atemberaubende Show abgeliefert und das gesamte Publikum mitgerissen.

Berlin

Sichtlich erschöpft, aber voller Freude über die gelungene Vorführung, packten wir nach dem Finale unsere AirTrack Bahn ein und fuhren zurück zu unsere Unterkunft.
Gemeinsam liessen wir alle bis spät in die Nacht den letzten abend ausklingen und hatten kaum ein anderes Gesprächsthema als die Stadiongala. Es wurden sich gegenseitig Fotos und Videos gezeigt und immer wieder sah man Begeisterung in den Augen der Aktiven.

Wir alle können wirklich sehr stolz auf uns sein. Man bekommt nur selten die Gelegenheit Teil einer solch erfahrungsreichen Fahrt zu sein. Das Internationale Deutsche Turnfest ist eines der wenigen Festivals im turnerischen Sportbereich und die Erfahrungswerte, die wir alle gesammelt haben, bleiben fürs Leben.
Und wer weiß, vielleicht sind wir ja erneut Teil einer derart riesigen Veranstaltung, wenn es heißt „Internationales Deutsches Turnfest 2021 in Leipzig“!

Jonas Weichert